– Der Darm der 100-jährigen “ –

– „Der Darm der 100-Jährigen“ ist nun das zweite Rezensionsbuch zu diesem faszinierenden Organ innerhalb weniger Wochen. Das Thema Darmgesundheit betrifft ja auch alle Yoginis und Yogis. Ein gesunder Darm ist beim Yoga wichtig, weil er direkt mit deinem Nervensystem verbunden ist: Wenn die Verdauung im Gleichgewicht ist, fällt es leichter, in die Ruhe (Parasympathikus) zu kommen – und genau da wird Yoga richtig wirksam. Außerdem beeinflusst der Darm Energielevel, Entzündungen und sogar Stimmung („Bauchhirn“): Ein unruhiger Bauch macht oft auch den Kopf unruhig. Und ganz praktisch: Viele Asanas, Atemübungen und Drehhaltungen arbeiten mit Bauchraum, Zwerchfell und Faszien – das fühlt sich deutlich freier an, wenn der Bauch nicht „überlastet“ ist.
Inhalt
Buchtitel: Der Darm der 100-Jährigen
Untertitel: Wie wir Stoffwechselgifte stoppen und damit die Zellen verjüngen
Autor: Burkhard Schütz, Henning Sartor, Katharina Zeiss
Genre: Medizin, Wissenschaft
Erscheinungsdatum: 22. September 2025
Bindung: Hardcover
Seiten: 256 Seiten
Handlichkeit: 25,5×13,5×2,5 cm
Lesespass: Sehr gutes Design, hochwertiges Cover und angenehme Schrift
Verlag: Kneipp
ISBN 13: 978-3-7088-0870-3
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Klappentext und Autorenportrait
Rezension vom Buch über den Darm der 100-Jährigen
Bei dem Buch geht es um die große Frage: Wie bleiben Menschen möglichst lange vital? Die Autoren setzen dabei einen sehr klaren Schwerpunkt: Darm & Mikrobiom – und was im Hintergrund passieren kann, wenn dort etwas aus dem Gleichgewicht gerät. Dazu kommen Stress, Psyche, Immunsystem und ein praktischer Teil, der zum Dranbleiben motivieren soll.
Die zentrale These ist mutig (und marketingtauglich): Longevity beginnt nicht im Hightech-Biohack-Labor, sondern ziemlich bodenständig… im Darm. Die Autor:innen verbinden „gesund alt werden“ mit dem Zustand des Mikrobioms und dem, was sie als „Silent Intoxication“ (stille Vergiftung/Belastung) beschreiben – also Prozesse, die lange unbemerkt bleiben können, bis der Körper sie in Form von Entzündungen und chronischen Beschwerden „laut“ macht.
Spannend ist dabei der Fokus auf Healthspan statt nur Lifespan: Nicht einfach „lange leben“, sondern „lange gut leben“. Und dafür wollen die Autor:innen einen klaren Hebel gefunden haben: Darm-Milieu verbessern, Entzündungsprozesse herunterfahren, Stoffwechsel entlasten – inklusive 21-Tage-Plan.
Positiv aufgefallen ist mir der persönliche Zugang: Die Autorin startet mit einer autobiografischen Geschichte, schildert eigene Erfahrungen und beschreibt sogar ihre Mikrobiom-Ergebnisse. Das macht den Einstieg angenehm nahbar. Gleichzeitig war ich mir nicht immer sicher, wie viel belastbare Aussagekraft aus den Vergleichen mit drei weiteren Testpersonen tatsächlich herauszulesen ist – das wirkte auf mich stellenweise etwas stärker gewichtet, als es inhaltlich hergab.
Aufbau und Dramaturgie: Erst Schattenseite, dann Lichtseite
Ich mag ja Bücher, die nicht so tun, als wäre Gesundheit nur ein Smoothie-Rezept. Hier ist die Dramaturgie fast wie im Yogaunterricht: erst wahrnehmen, was schiefläuft – dann Praxis.
Das Inhaltsverzeichnis ist ziemlich klar zweigeteilt: „Die Schattenseite“ (was macht der Darm falsch?) und „Die Lichtseite“ (was hilft wirklich?), bevor es in eine sehr konkrete Praxisstrecke geht.
Kapitelreise:
- Blue Zones & Centenarians: Was können wir von „sehr Alt & sehr Fit“ lernen?
- „Mikroben-Hotel“: Wer wohnt da eigentlich – und wer zahlt die Zeche?
- Darm als Giftfabrik / stille Vergiftung → stille Entzündung
- Stress als Brandbeschleuniger (endlich sagt’s mal wer im Longevity-Regal!)
- Prä-/Probiotika & Immunsystem, Bewegung vs. Longevity, Darm-Psyche-Achse
- „4 Säulen“ + 21-Tage-Plan als Abschluss
Deutschlandfunk Kultur hebt einen Kernpunkt hervor: Atem verlangsamen und vertiefen kann Blutdruck und Stress senken – Enders nennt das sinngemäß die „stille Macht des Weichen“.
Das ist natürlich Musik in Yoga-Ohren. Nicht, weil wir damit „alles wegatmen“ können (das wäre zu hübsch), sondern weil hier wissenschaftlich greifbar wird, was viele in Pranayama, GesundheitsYoga, Faszienkursen, Yin Yoga oder Savasana erleben: Der Körper reagiert auf Rhythmus und Weichheit.
Meine Rezension „mit Yogabrille“
1) Das Buch hat einen starken „Anti-Biohack“-Impuls – und der ist erquicklich
Die Grundhaltung ist: „Bevor du Geld in fancy Longevity-Gadgets steckst: Schau, ob dein System überhaupt sauber arbeitet.“ Diese Erdung kann man mögen – gerade, weil Gesundheitstrends gern nach außen glänzen, während innen Chaos im Maschinenraum herrscht.
2) Der Darm als „Kontrollzentrum“: plausibel – aber manchmal sehr absolut formuliert
Dass Mikrobiom, Immunsystem, Entzündungen und sogar Psyche miteinander zusammenhängen, ist mittlerweile kein Nischenthema mehr. Das Buch spielt diese Karte breit aus – inklusive „stille Entzündung“ und dem Gedanken, dass vieles im Darm beginnt.
Mein kritischer Yogi-Gedanke dabei: Je größer die Behauptung („wichtigster Faktor noch vor Sport/Ernährung/Schlaf“) desto mehr wünsche ich mir saubere Einordnung. Die Tonalität wirkt stellenweise wie ein Megafon: eindrucksvoll, motivierend – aber auch ein bisschen „Alles hängt an diesem einen Hebel“.
3) „Chronische Verstopfung als Killer“ – unbequem, aber nützlich
Allein für dieses Kapitel kann man manchen Leser:innen dankbar sein. Verdauung ist für viele ein Schamthema. Hier wird sie zu einem ernsten Gesundheitsmarker gemacht. Ob man jedes Alarmwort mitgehen will oder nicht: Es bringt Aufmerksamkeit auf ein Thema, das viele verdrängen.
4) Stress-Kapitel: Da nickt die Yogamatte zustimmend
Dass Stress als „Brandbeschleuniger“ auftaucht, passt hervorragend zu allem, was wir aus Praxis (und Leben) kennen: Sympathikus an → Verdauung oft zäh; Parasympathikus an → „Ahhh, es bewegt sich wieder was.“ Das Buch führt Stress nicht als Deko-Begriff, sondern als echten Faktor.
5) Praxisnähe: gut – mit einem kleinen „Hmmm“ beim 21-Tage-Teil
Der praktische Abschluss klingt attraktiv: 4 Säulen, Routine-Leitfaden, Detox-Lebensmittel, sogar eine Übersicht zu basen-/säurebildenden Lebensmitteln.
Allerdings: In Leser:innen-Feedback wird kritisiert, dass Details/Rezepte teilweise nicht vollständig im Buch, sondern mit einem kostenpflichtigen Zusatzprogramm verknüpft sein könnten. Wenn das stimmt, ist das wichtig zu wissen – weil es Erwartungen an „ich kann sofort loslegen“ dämpft.
Meine Bewertung „gesunder Darm Buch“
Wissenschaftlich medizinische Bücher finde ich sehr interessant. Die Vermutung der Wissenschaft, wie sehr Darmgesundheit, Mikrobiom und Stress zusammenhängen, hat sich eindeutig bewiesen. Ganz überzeugt wurde ich von der Buchgestaltung, Layout und Struktur nicht. Die Kapitel sind irgendwie unordentlich, den kleinen klaren roten Faden fand ich nicht. Aber ein guter Anstoß sich weiter mit dem Thema Darmgesundheit zu beschäftigen.
Somit fand ich einige Seiten nicht so spannend wie z.B. die Bücher von Giulia Enders ( Bewertung Buch Organisch lesen )
Meine Buchbewertung




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